Welche Möglichkeit eignet sich am besten zur Fütterung von Heu-Rundballen auf der Weide?
Auf jeden Fall sollte eine Fütterungsstation auf der Weide aufgestellt werden, denn wird das Heu ohne Station direkt auf dem Boden platziert, geht über 50% des Heus verloren und zusätzlich reduziert sich die Futteraufnahme durch die Pferde auf die etwa Hälfte: von 2-2,4 % des eigenen Körpergewichts auf 1,3%, dabei ist es dem Pferd gleichgültig welche Art von Station genutzt wird.
Im Vergleich der Stationen sind die Anschaffungskosten entscheidend (von 100 bis 2500€, sortiert): Heunetz, Ring mit runden Fressgittern, geschlossener Ring, Gitterwanne, Kunststoff-Heuhut, Ring mit runden nach innen geneigten Fressgittern, Kegel mit schrägem Fressgitter, Verlust-minimierende Raufenstation und überdachte Hängeraufe. Die geringsten Heuverluste treten bei der Verlust-minimierenden Raufenstation (5%), dem Heunetz (6%), dem Heuhut (9%) und der Hängeraufe (11%) auf. Am ökonomischsten ist damit das Heunetz gefolgt von dem geschlossenen Ring und dem Ring mit den runden Fressgittern.
Quelle: Martinson,K. und andere: Round-bale feeder design affects hay waste and economics during horse feeding. J.Anim. Sci , 2012.
Zusammengefasst von Julia Steinhoff-Wagner
Das Geheimnis einer Schau-erfolgreichen Palomino Züchtung
Palominos sind gekennzeichnet durch ihre goldene Fellfarbe mit hellem Langhaar, dabei ist die Rasse unbedeutend. Um einen Palomino zu züchten muss man nicht unbedingt Palominostute und Palominohengst miteinander kreuzen, denn das führt nur in jedem zweiten Falle zur gewünschten Palominofärbung, sondern auch die Anpaarung von einem Palomino mit einem Braunen, Fuchs, Schimmel oder einem Cremello bringt mit einer gewissen Chance einen Nachkommen mit der goldenen Fellfarbe. Nur die Paarung von Fuchs und Cremello garantiert ein Palominofohlen. Dabei ist es unwichtig, welche Farbe von der Vater- oder Mutterseite kommt.
Bei Palominoschauen werden nach Auskunft des britischen Palominoverbandes die Pferde zu 80 % nach ihrer Farbgebung und zu 20% nach ihrem Exterieur bewertet. Dabei haben die Cremello x Fuchs Nachkommen die meisten Platzierungen und Siege errungen gefolgt von Pferden mit Eltern der Kombinationen Palomino x Palomino und Fuchs x Palomino.
Quelle: Billington, H.E. und McEwan, N.R.: The relationship between Parental Coat Colour and Prize-winning Palominos. J. Equine Sci , 2009.
Zusammengefasst von Julia Steinhoff-Wagner
Warum haben Zuchtstuten trotz Pflege und Fütterung schlechtere Hufe als die anderen Pferde im Stall?
Das Hufwachstum wird bestimmt durch Faktoren, wie die Pferderasse, die Genetik, das Klimas und die Tageslänge und ganz besonders die Zufuhr von Nährstoffen, also der Fütterung.
Bei Stuten hat die Versorgung ihres Fohlens hohe Priorität, das ist schon im Mutterleib so und setzt sich mit der Versorgung über die Milch fort, dafür mobilisiert die Stute alle ihre Reserven. So ist es nicht verwunderlich, dass die Hufe von Vollblutstuten in dem Monat mit der größten Milchleistung im Durchschnitt ¼ cm weniger wachsen als von nicht-milchgebenden Vollblütern im selben Zeitraum mit derselben Fütterung. Auch die Zusammensetzung des Hufhorns unterscheidet sich zwischen milchgebenden und nicht-milchgebende Vollblutstuten.
Schwaches Horn führt vermehrt zu Brüchen und Spalten. Verlangsamtes Wachstum sorgt zusätzlich dafür, dass die Brüche und Spalten nicht so schnell herauswachsen und somit die Regeneration langsamer voranschreitet.
Quelle: Komosa, M., Frackowiak, H. und Purzyc, H.: Influence of lactation on hoof horn growth in thoroughbred horses during the annual cycle. Biol. Rhythm Res., 2011.
Zusammengefasst von Julia Steinhoff-Wagner
Wodurch werden Dressurpferde lahm?
Mit einer Umfrage in Großbritannien wurden Risikofaktoren untersucht, die zur Lahmheit von Dressurpferden führen können. Je größer und schwerer das Pferd oder je älter das Pferd ist, umso wahrscheinlicher geht es zeitweilig lahm.
Longieren und die Nutzung von Führanlagen reduzieren Lahmheiten, weil, so spekulieren die Autoren, diese Pferde vermutlich sorgfältiger aufgewärmt und abgekühlt werden. Einen Anteil zur Gesunderhaltung trägt natürlich die Beschaffenheit von extra angelegten Longenplätzen bei.
Insgesamt hat der Trainingsplatz einen großen Einfluss: So treten Lahmheiten bei in Hallen trainierten Pferden häufiger auf, als wenn diese auf Außenplätzen geritten werden. Sand als Untergrund oder Nässe erhöhen zusätzlich das Risiko, wobei je häufiger die Pferde auf Sand trainiert werden, desto weniger muss man wiederum mit einer Lahmheit rechnen. Gefährlich ist der plötzliche Wechsel vom Trainingsuntergrund, deshalb empfehlen die Autoren das Pferd langsam an verschiedene Böden zu gewöhnen.
Quelle: Murray, R.C., Walters, J.M., Snart, H. Dyson, S.J. und Parkin, T.D.H.: Identification of risk factors for lameness in dressage horses. Vet J, 2010.
Zusammengefasst von Julia Steinhoff-Wagner
Kann man Rennpferde durch den Einsatz der Klatsche motivieren schneller zu laufen?
Wissenschaftler haben den Zusammenhang zwischen Klatschenschlägen, Schnelligkeit und Platzierung in australischen Vollblutpferde-Rennen untersucht. Dazu wurden 48 Pferde und Jockeys auf den letzten drei 200m Abschnitten in 1250 m Rennen beurteilt.
Die schnellsten Abschnittszeiten wurden zwischen 600m und 400m gemessen und verlangsamten sich bis zum Ziel. Die Abschnittszeit direkt vor dem Ziel hat keinen Einfluss auf eine gute Platzierung und die Reihenfolge der Pferde 400 m und 200m vor dem Ziel bestimmt maßgeblich die Reihenfolge im Ziel. Auf den letzten Metern wird also eher die Position gehalten, als das Rennen entschieden.
Klatschenschläge sind laut den australischen Regeln nur auf den letzten 400 m erlaubt, wobei die meisten Schläge auf den letzten 200m bis zum Ziel gezählt wurden (bis zu 14 Schläge in 12 Sekunden). Außerdem ist die Anzahl der Schläge abhängig von der Position: vor dem Ziel führende Pferde erhalten mehr als Verlierer-Pferde.
Schläge machen also kein Rennpferd schneller, wohl aber sind Jockeys auf führenden Pferden eher motiviert die Klatsche einzusetzen.
Quelle: Evans, D. und McGreevy, P.: An Investigation of Racing Performance and Whip Use by Jockeys in Thoroughbred Races. PLoS ONE 6, 1: 2011.
Zusammengefasst von Julia Steinhoff-Wagner
Neues aus der Forschung von Frau Prof. Aurich, Wien:
Kurz und schmerzhaft? Wie man Fohlen am besten von ihren Müttern entwöhnt
Welcher Springreiter wünscht sich nicht über Jahre im Parcours mit demselben Pferd erfolgreich zu sein?
Um die Einsatzdauer von Springpferden erklären zu können, haben Wissenschaftler die Turnier- und Abstammungsdaten aus Frankreich im Zeitraum von 1972 bis 2008 analysiert und verschiedene Einflussfaktoren ausgemacht. Zu diesen gehören die Geburtsregion, der Geburtsmonat, das Jahr der Datenaufzeichnung, das Alter beim ersten Turnierstart, das Geschlecht, der Erfolg (Anzahl der Einsätze und Platzierungen) und die Abstammung. Dabei können die individuellen Gründe, die zum Karriereende der einzelnen Pferde geführt haben natürlich nicht nachträglich recherchiert werden und umfassen sowohl persönliche Entscheidungen des Reiters (Verkauf, Zuchteinsatz oder Aufgabe des Turniersportes), als auch erzwungene Entscheidungen, wie im Falle einer Verletzung oder Erkrankung.
Erwarteter Weise gehört die Erfolglosigkeit zu den wichtigsten Gründen für ein frühes Karriereende im Springsport. Aber auch das Geschlecht bestimmt die Einsatzdauer eines Pferdes im Springsport: So haben Wallache eine anhaltendere Karriere vor sich, als Hengste oder Stuten. Eine mögliche Erklärung ist die Herausnahme speziell der Stuten aus dem Sport für den Einsatz in der Zucht.
Interessanterweise macht auch das Alter des Ersteinsatzes einen entscheidenden Unterschied aus. Und zwar haben Pferde, die mit vier und fünf Jahren erstmalig in einer Springprüfung starten durchschnittlich sechs Jahre Turniersporteinsatz vor sich, wohingegen Pferde, die mit sechs Jahren ihr Turnierdebüt haben im Schnitt nur knappe fünf Jahre durchhalten. Das Risiko für ein frühes Karriereende steigt weiter, je älter die Pferde bei ihrem Ersteinsatz werden. Diese Erkenntnis steht im Widerspruch zu der unter manchen Reitern verbreiteten Meinung, dass der frühe Einsatz im Sport die Gesundheit der Pferde beeinflusst, rechtfertigt aber keinesfalls ein zu frühes, sehr intensives Training. Dabei haben beispielsweise Pferde, die im Monat April geboren sind, bessere Aussichten auf eine langanhaltende Springpferdekarriere, als die Pferde zwischen Juli und dem Februar des Folgejahres.
Außerdem sind Pferde, die ein Jahr Pause vom Springsport genießen, noch lange keine Anwärter auf ein Karriereende im darauf folgenden Jahr. Sie können genauso lange durchhalten, wie ihre kontinuierlich gestarteten Kollegen.
Die Dauer des Turniereinsatzes im Springsport ist teilweise auch durch eine gute Abstammung zu erklären. Nach acht Jahren Sporteinsatz findet man noch die Hälfte der Nachkommen des besten Hengstes aktiv, während in derselben Zeit nur noch weniger als ein Drittel des schlechtesten Hengstes im Parcours durchhalten. Das Durchhaltevermögen im Sport jedoch als Zuchtkriterium zu nutzen ist schwierig, dadurch dass man die Einsatzdauer im Springsport immer erst nach dem Karriereende bestimmen kann und das viel Zeit kostet. Deshalb empfehlen die Autoren, wie bereits bekannt, auf Kriterien, wie die Korrektheit der Gliedmaßen und einwandfreien Knochenbau zurückzugreifen, die man auch bei jungen Pferden schon bestimmen und zur Auswahl für die Zucht nutzen kann.
Wer also möchte, dass sein Pferd lange im Springsport aktiv bleiben kann, muss die Karriere seines Vierbeiners, wie bei zweibeinigen Profisportlern auch, gut und sorgfältig planen und fördern.
Quelle:
Ricard, A. und Blouin, C.: Genetic analysis of the longevity of French sport horses in jumping competition. J. Anim. Sci. 2011
Zusammengefasst von Julia Steinhoff-Wagner